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09.01.12
Hofheim (Höchster Kreisblatt)
Der glückliche Juniorpartner
Von schlechter Stimmung keine Spur: "Die Arbeit hier im Ortsbeirat macht Spaß", konnte Dr. Thomas Hartmanshenn zumindest für den gastgebenden Ortsverband Langenhain beim gestrigen Neujahrsempfang der SPD nur Positives berichten. Die anwesenden Genossen ließen sich auch nicht von der Frage irritieren, wie es ihnen denn jetzt so gehe damit, nur noch dritte Kraft in der Stadt zu sein. Bekanntlich hatten die Grünen bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr mehr Stimmen als die Sozialdemokraten erhalten. "Ich fühle mich nicht als dritte Kraft. Der Unterschied ist ja nur marginal", so die frühere Parteivorsitzende Cornelia Koall, die als Stadtverordnete dem Fraktionsvorstand angehört.

Der im Herbst für weitere sechs Jahre wiedergewählte Stadtrat Wolfgang Winckler blies ins gleiche Horn. "Es gibt eine stärkste Kraft und zwei, die auf der gleichen Höhe stehen", wies er darauf hin, dass der Vorsprung der Grünen so klein war, dass beide Parteien gleich viele Sitze in der Stadtverordnetenversammlung haben. Die Zusammenarbeit der Fraktionen sei zudem gut, da habe es durch die Wahl und das lange Ringen um eine tragfähige Koalition "nur relativ wenige Verletzungen gegeben".

 

Im Aufwind

 

 

Peter Schöbel, Vorsitzender der SPD-Seniorenvereinigung "60 plus", sieht die SPD sogar eher wieder im Aufwind. Was Umfragen für Bund und Land zeigten, nehme er auch an der Basis wahr: "Wir haben nicht den Eindruck, dass das, was wir formulieren, einen schwindenden Nachhall in der Bevölkerung erreicht. Fukushima hat erst mal den Grünen genutzt, das relativiert sich jetzt nach und nach," ist Schöbel sicher.

 

Opposition ist Mist

 

 

Zur positiven Stimmung trägt natürlich bei, dass die Sozialdemokraten in Hofheim trotz ihrer Einbußen bei der Kommunalwahl wieder Juniorpartner der CDU sind. "‘Opposition ist Mist‘ heißt es doch", meint Cornelia Koall. "Wir sind in der glücklichen Lage, wieder mitregieren zu können. Jetzt kommt es drauf an, was man draus macht."

Nicht ganz unwichtig auch für die nächste Wahl, die 2013 ins Haus steht. Dann ist der Chefsessel im Rathaus wieder zu besetzen. "Wir haben im Moment eine Bürgermeisterin. Wir sind also im Moment nicht auf der Suche", beantwortet Peter Schöbel die Kandidatenfrage. Ob Gisela Stang, die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende ist, indes ein drittes Mal antritt, ist so gewiss nicht – was auch die Genossen nicht abstreiten. "Aber die Entscheidung kann nicht ohne sie stattfinden. Da müssen wir alle noch ein wenig Geduld aufbringen", meint Peter Schöbel. Jetzt etwas zu sagen, wo sie selbst sich noch gar nicht geäußert habe, sei "unredlich", so der Genosse, der zudem darauf hinwies, dass die Bürgermeisterwahl vor der Landtagswahl stattfinde.

Cornelia Koall betonte, Stang habe "noch nie öffentlich gesagt, dass sie das Amt einer Landtagsabgeordneten anstrebe". Der junge Stadtverordnete Christian Matz ergänzte: "Und auch nichtöffentlich hat sie das noch nie gesagt."

Gern hätten wir sie gestern selbst gefragt. Doch weil die Rathauschefin noch im Urlaub weilt, fehlte sie beim SPD-Neujahrsempfang. Der Vorsitzende Alexander Tulatz und Fraktionschef Werner Wittchen wollten zwar nach Langenhain kommen, waren aber auch eine Dreiviertelstunde nach Beginn noch nicht eingetroffen.